Category: Forschungsförderung

Grundlagenforschung in Deutschland

In den Bereichen Mathematik, Physik, Biologie und Chemie werden meist verrückte Wissenschaftler vermutet, die an Dingen arbeiten, die mit der realen Welt nicht viel zu tun haben. Allerdings haben diese Wissenschaftler schon oft bewiesen, dass dem nicht so ist und ihre Entwicklungen einen enormen Wert für unser Leben und die Gesellschaft haben. Die Grundlagenforschung hat bereits viele Innovationen, Technologien und Produkte hervorgebracht, die aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. So sind beispielsweise der Laser und das MP3-Format der Grundlagenforschung zu verdanken. Aufgrund dessen ist diese Forschung und deren Förderung in Deutschland so enorm wichtig.

Innovative Forschung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) setzt sich im Bereich der Grundlagenforschung vielseitig für die Weiterentwicklung der verschiedenen Forschungsschwerpunkte ein. Vor allem die Bereiche Physik und Mathematik werden vom BMBF unterstützt. Gefördert werden beispielsweise die Forschungen in der Beschleunigerphysik, der Astro- und Astroteilchenphysik, der Hadronen- und Kernphysik sowie der Elementarteilchenphysik. Auch die Erforschung von kondensierter Materie und die Anwendung der Mathematik für Innovationen in der Industrie und dem Dienstleistungssektor sind Schwerpunkte der Förderungen. Aktuell läuft ein Förderprogramm unter dem Motto „Gesund leben“, in dem Mathematiker und Mediziner gemeinsam an der Weiterentwicklung medizinischer Bildgebungsverfahren arbeiten. Auch der Bau und Betrieb von Großgeräten werden vom BMBF gefördert. Es werden Großteleskope, Teilchenbeschleuniger oder Licht- und Teilchenquellen für die Wissenschaftler zur Verfügung gestellt. Nicht zuletzt ermöglicht das BMBF auch Studenten der physikalischen und mathematischen Studiengänge an verschiedenen deutschen Universitäten die Teilnahme an Projekten, die dazu dienen, international wettbewerbsfähige Forschung zu betreiben. Mit all diesen Förderungen treibt das BMBF die Grundlagenforschung in Deutschland stetig voran.

Grundlagenforschung in der Medizin – Deutsches Rheuma-Forschungszentrum

Im Bereich der Medizin ist die Grundlagenforschung ein entscheidender Faktor für die Weiterentwicklung von Heilmethoden und Therapien. Im Deutschen Rheuma-Forschungszentrum in Berlin widmet sich deshalb ein Team aus internationalen Wissenschaftlern der Biologie, Biochemie, Mathematik, Physik, Biotechnologie, Chemie, Tiermedizin, Statistik, Soziologie und der Dokumentation der Erforschung und Lösung medizinischer Probleme. Dabei arbeiten die Wissenschaftler eng mit den dort beschäftigen Ärzten zusammen und entwickeln so interdisziplinäre Lösungen im Bereich der Medizin. Der Schwerpunkt ihrer Forschung liegt dabei auf der Entwicklung von Anwendungsmethoden der Grundlagenforschung in den Bereichen der Immunologie, der experimentellen Rheumatologie und der Rheuma-Epidemiologie. Zu diesem Zweck werden beispielsweise Langzeitstudien durchgeführt und darauf basierend neue Therapien und Methoden zur Behandlung der chronischen Krankheit entwickelt. Ziel ist es, diese Krankheit effektiver bekämpfen zu können und medizinischen Fortschritt durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche zu erreichen. Neben 87 weiteren Institutionen ist das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum Teil der Leibniz-Gemeinschaft, einem Verband aus Forschungseinrichtungen im Bereich der Grundlagenforschung.

Alle unter einem Dach – Grundlagenforschung in der Leibniz-Gemeinschaft

Insgesamt 88 Einrichtungen sind Teil der Leibnitz-Gemeinschaft, die sich ausschließlich der anwendungsbezogenen Grundlagenforschung widmet. Neben dem Deutschen Rheuma-Forschungszentrum sind dies beispielsweise das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung oder die Akademie für Raumforschung und Landesplanung in Hannover. Insgesamt arbeiten hier rund 8.800 Wissenschaftler im Bereich der Grundlagenforschung und tragen zur Lösung der Herausforderungen in den verschiedensten Bereichen bei. Auch international wird mit anderen Institutionen und Hochschulen zusammengearbeitet, um die Forschungen effektiv voranzutreiben. Der Verband verfolgt dabei ausschließlich gemeinnützige Zwecke und sieht sich als Vermittler zwischen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sie tritt diesen Instanzen beratend und informierend gegenüber und lässt somit die Ergebnisse der Grundlagenforschung in unsere Gesellschaft einfließen. Damit hat die Leibniz-Gemeinschaft einen großen Anteil an der Weiterentwicklung der Grundlagenforschung in Deutschland. Aufgrund dieser enormen Bedeutung der Forschung für die gesamte Bevölkerung werden die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft von Bund und Ländern gemeinsam gefördert. Insgesamt arbeitet die Leibniz-Gemeinschaft mit einem Etat von knapp 1,5 Milliarden Euro im Jahr.

Industrie 4.0

Die vierte industrielle Revolution ist im vollen Gange. Sie beeinflusst Deutschlands Politik, Wirtschaft und Industrie und hat auch auf die Gesellschaft entscheidende Auswirkungen. Der Begriff „Industrie 4.0“ ist deshalb heute nicht mehr wegzudenken. Gemeint ist damit die intelligente und automatisierte Vernetzung von der Produktentwicklung, Produktion, Logistik und den Kunden in der Industrie. So nutzen bereits heute beispielsweise 20% der Unternehmen in der Autoindustrie selbststeuernde Anlagen – Trend steigend. Die Herausforderungen dieser Entwicklung sind deshalb seit Jahren wichtiger Bestandteil der Forschungsarbeit in Deutschland.

Förderungen durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung

Seit 2011 ist das Projekt „Industrie 4.0.“ fester Bestandteil des Förderprogramms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Ziel dieser Fördermaßnahmen ist es, die deutsche Industrie auf die Produktion der Zukunft vorzubereiten und alle wichtigen Kompetenzen, die mit diesen Veränderungen einhergehen, an die Unternehmer und Mitarbeiter in der Industrie zu vermitteln. Das BMBF hat im Zuge dieser Umstellungen verschiedene Förderprogramme ins Leben gerufen. Insgesamt sind rund 470 Millionen Euro als Investition in diese Maßnahmen geplant. Die Förderungen haben dabei verschiedene Schwerpunkte. Die Unterstützung von Unternehmen – vor allem des Mittelstandes – ist einer davon. Es werden Tools für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung bereitgestellt, Best Practices entwickelt und Umsetzungsempfehlungen und -strategien vermittelt, die den Unternehmen den Sprung in die Industrie 4.0 vereinfachen sollen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Softwareentwicklung, die dadurch unterstützt wird, dass die bisherigen Standards angepasst und neue Standards entwickelt werden. Auch die IT-Sicherheit ist ein wichtiger Bereich der Förderungen. Dabei geht es vor allem um den Datenschutz. Auch der Open Access von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Forschungsergebnissen wird vom BMBF gefördert. So wurden bereits entsprechende Anpassungen im Urheberrechtsgesetz vorgenommen, die den ungehinderten Wissensfluss erleichtern sollen.

Innovationen vom Fraunhofer-Institut

Das Fraunhofer-Institut hat es sich zum Ziel gemacht zukunftsfähige Technologien und Produkte zu entwickeln und Unternehmen bei der Umstellung auf die neuen technischen Standards der Industrie 4.0 zu unterstützen. Es werden autonome Systeme entwickelt, die ganz im Sinne der Digitalisierung und Vernetzung arbeiten. Das Institut entwickelt beispielsweise Drohnen, die zur Lieferung von Waren eingesetzt werden können, oder 3D-Drucker, die die Produktion von Einzelteilen übernehmen. Auch im Bereich der Daten ist das Fraunhofer-Institut aktiv. Es werden Big-Data-Technologien entwickelt und deren Einsatz in der Industrie getestet. Damit einher geht das Forschungsfeld der Datennutzungskontrolle. Die Mitarbeiter arbeiten an der Entwicklung von Kontrollmöglichkeiten mit der die Datennutzung gesteuert werden kann. Um die Unternehmen auf die neuen Technologien vorzubereiten, bietet das Fraunhofer-Institut zudem verschiedene Dienstleistungen an, die die Gegebenheiten der Unternehmen auf den Prüfstand stellen. Unternehmen können vom unabhängigen Software-Prüfzentrum ihre User Experience überprüfen und die Zukunftsfähigkeit ihrer vorhandenen Software beurteilen lassen.

Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie

Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) setzt sich für die erfolgreiche Umsetzung der Industrie 4.0 ein und fördert mit Programmen wie „Autonomik für Industrie 4.0“ und „Smart Service Welt“ die Weiterentwicklung der Industrie. Zudem wurde die Einrichtung von „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren“ sowie den Kompetenzzentren „Digitales Handwerk“ vom BMWI initiiert. Damit wird den Unternehmen in Deutschland ein umfangreiches Angebot zur Information, Erprobung und Schulung hinsichtlich aller wichtigen Themen im Bereich Industrie 4.0 gegeben und erleichtert so die Umstellung der Produktion und Arbeitsprozesse. Zusätzlich hat das BMWI die „Plattform Industrie 4.0“ ins Leben gerufen. Ziel der Plattform ist es, die internationale Spitzenposition Deutschlands in der Industrie zu sichern und auszubauen. Mit Lösungsvorschlägen und Handlungsempfehlungen zu den Themen Standardisierung und Normung, der Sicherheit vernetzter Systeme, den rechtlichen Rahmenbedingungen, der Forschung im Bereich der Industrie sowie der Aus- und Weiterbildung wird die Industrie 4.0 immer weiter in unsere Wirtschaft und Gesellschaft Einzug halten.

Forschungsfeld Green Economy

Nachhaltiges und umweltbewusstes Leben ist seit langem das Ziel von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Im Zuge dieser Umstrukturierung hat sich der Begriff „Green Economy“ in den letzten Jahren etabliert. Gemeint ist damit das nachhaltige Produzieren und Konsumieren von Produkten. Viele Forschungsprogramme und -projekte beschäftigen sich damit, wie die Industrie, die Wirtschaft, die Infrastruktur oder das gesellschaftliche Leben so praktiziert und umgesetzt werden können, dass wir kommenden Generationen einen gesunden Planeten hinterlassen.

Die „Green Economy“-Agenda des Bundesforschungsministeriums

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium und anderen Akteuren die Agenda „Green Economy“ erarbeitet. Ziel dieser Agenda ist eine umweltschonende und sozial gerechte Wirtschaft, die gleichzeitig international wettbewerbsfähig bleibt. Umgesetzt werden soll dieses Ziel in verschiedenen Bereichen mittels umfangreicher ökologischer Modernisierungen. Die Schwerpunkte der Agenda liegen auf der nachhaltigen Produktion und Ressourcennutzung, nachhaltigen Finanzdienstleistungen, einem bewussten Konsum, einem nachhaltigen Energieversorgungssystem und umweltschonenden Mobilitätssystemen und Infrastrukturen. Innerhalb dieser Schwerpunkte werden verschiedenste Fördermaßnahmen vorgenommen, die zu einer Green Economy beitragen. Im Bereich der Energiewende werden beispielsweise Technologien zur nachhaltigen Energieerzeugung, -umwandlung und -verteilung gefördert, die die fossilen Brennstoffe ersetzen sollen. Auch die Erforschung der verwendbaren Materialien ist Teil der Förderung. Im Bereich der Städteentwicklung sieht die Agenda wiederum Fördermaßnahmen vor, die speziell auf die Versorgung in den Städten zielt. Energieeffizienz, Wasser- und Abwasserversorgung sind dabei zentrale Themen. Nicht zuletzt wird auch im Bereich der Elektromobilität im Sinne der Green Economy geforscht, entwickelt und produziert. Insgesamt soll bis 2018 ein Etat von 350 Millionen Euro in die Forschung rund um die Green Economy fließen.

Das Forschungsprogramm „FONA”-Forschung für nachhaltige Entwicklung

FONA ist eines der Forschungsprogramme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, welches im Sinne der Nachhaltigkeit und der Green Economy Lösungen erarbeitet. Ziel des Programms ist die Entwicklung von Entscheidungsgrundlagen und Innovationen hinsichtlich eines zukunftsorientierten Handelns in Industrie, Wirtschaft und Gesellschaft. Zentrale Schwerpunkte sind die globalen Herausforderungen, wie der Klimawandel, die Bodendegradation, der anhaltende Rohstoffmangel und der Verlust der Artenvielfalt. Im Sinne der Bekämpfung dieser Probleme sind die Themen Green Economy, Energiewende und die Stadt der Zukunft wesentliche Elemente des Forschungsprogramms. Im Bereich der Green Economy geht es speziell um Themen wie den Umgang mit den sogenannten Rebound-Effekten und deren Minimierung, die Steigerung der Ressourceneffizienz sowie die sinnvolle Nutzung von CO2. Bestandteil der Forschungen in diesen Bereichen sind unter anderem die Durchführung von Studien zum Ziel der Green Economy, die Erarbeitung von leitenden Fragestellungen für die Forschung sowie die Durchführung von transdisziplinären Projekten, die technische und gesellschaftliche Innovationen im Sinne der Green Economy liefern.

BAND – Business Angels für die Green Economy

Nicht nur die Ministerien des Bundes, sondern auch unabhängige Vereine setzten sich für die Weiterentwicklung der Green Economy ein. Ein Beispiel dafür ist das Business Angels Netzwerk Deutschland, kurz BAND. Es unterstützt generell innovative Ideen und hilft Gründern beim Aufbau eines funktionierenden Unternehmens. Gleichzeitig setzt sich der Verein auch speziell für grüne Unternehmen ein. Er unterstützt die Förderung von Start-ups im Bereich der Green Economy und fördert mit verschiedenen Projekten den Aufbau von nachhaltigen und umweltbewussten Unternehmensvorhaben. Ein Beispiel dafür ist das „GreenUpInvest“-Projekt vom Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit. Im Rahmen dieses Projektes werden einerseits Best Practices für die Gründer von grünen Start-ups entwickelt und ihnen an die Hand gegeben. Andererseits werden Business Angels zur Unterstützung der Gründer gesucht und mit den Gründern zusammengebracht. Mit diesem Modell der Finanzierung von Gründungen im Green-Economy-Sektor leistet der Verein einen enormen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft und Industrie und treibt den Ausbau der Green Economy weiter voran.

Zukunft der Arbeit – Forschung in Deutschland

Die Frage, wie die Arbeit in der Zukunft aussehen und ablaufen wird, beschäftigt Politiker, Wissenschaftler und Unternehmer heutzutage immer häufiger. Dabei geht es meist um die Digitalisierung und die Entwicklung der Technik im Zusammenspiel mit dem Arbeitsmarkt. Auf der einen Seite nutzen die Unternehmen immer mehr Technik, um die Arbeit effektiver und kostengünstiger erledigen zu lassen. Auf der anderen Seite befürchten Arbeitnehmer, dass sie durch die Maschinen ersetzt und ihre Arbeitsplätze verlieren werden. Mit dieser Diskrepanz beschäftigen sich verschiedene Forschungsinstitute in Deutschland und versuchen eine Lösung für dieses komplexe Problem zu finden.

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Weiterentwicklung des Arbeitsmarktes – Forschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, kurz BMBF, beschäftigt sich mit allen Fragen rund um die Bildung – von der Ausbildung über effektive Weiterbildungen bis hin zum lebenslangen Lernen – und der Forschung in verschiedenen Themenbereichen. Das reicht von der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung bis hin zur Forschung für Innovationen. Die Forschung zum Thema Zukunft der Arbeit wurde bereits durch mehrere Forschungsprogramme vorangetrieben. Derzeit läuft die Initiative „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“, die sich mit der Weiterentwicklung des Arbeitsmarktes beschäftigt. Ziel dieses Programms ist es, die Produktion von Waren in Deutschland zu halten, um dadurch Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Außerdem sollen Strategien entwickelt werden, die es ermöglichen, die Arbeit auch in Zukunft wirtschaftlich und sozial zu gestalten. Es soll erarbeitet werden, wie die Arbeitsprozesse von Produktionen und Dienstleistungen effizient und umweltschonend umgesetzt werden können, um eine bessere Zukunft für unsere Gesellschaft zu erreichen. Insgesamt werden für diese Forschung mehr als eine Milliarde Euro eingesetzt.

Analyse und Innovation der Arbeitswelt – Das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit

Das Ziel des Forschungsinstituts zur Zukunft und Arbeit (IZA) ist die Untersuchung des aktuellen Arbeitsmarktes in Verbindung mit verschiedenen Aspekten, wie Bildung, Umwelt und Wirtschaft. Das Institut erhebt Statistiken rund um den Arbeitsmarkt, entwickelt Lösungen für aktuelle Probleme und tritt als Politikberater ein. Das IZA ist ein privates und unabhängiges Wirtschaftsforschungsinstitut und wird von der Deutsche-Post-Stiftung gefördert. Es arbeitet international mit anderen Instituten und Partnern zusammen und gibt so einen breiten Einblick in die globale Arbeitswelt. Die Zukunft der Arbeit wird im Institut durch die Abteilung „Wandel der Arbeit“ untersucht. Dort werden die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt beobachtet und zukunftsorientierte Lösungen für Probleme entwickelt. Aktuelle Schwerpunkte der Forschung sind die sogenannte Gig Economy, das Arbeiten 4.0 und mögliche Alternativen zur geringfügigen Beschäftigung. Die letzte Studie des Instituts war die „Machbarkeitsstudie zur Evaluation der arbeitsmarktpolitischen Integrationsmaßnahmen für Flüchtlinge“, in der Vorschläge zur Evaluation von Integrationsmaßnahmen im Arbeitsmarkt erarbeitet wurden.

Vermittler in Zukunftsfragen – Die Stiftung für Zukunftsfragen

Eine weitere unabhängige Forschungseinrichtung zum Thema Zukunft der Arbeit ist die Stiftung für Zukunftsfragen. Diese gemeinnützige Organisation hat es sich zum Ziel gemacht, nachhaltige Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln und fungiert dabei als Vermittler zwischen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Stiftung sieht sich einerseits als Organ zwischen der Wissenschaft und der Gesellschaft, das die aktuelle Forschung leicht verständlich an die Bürgerinnen und Bürger vermittelt. Andererseits möchte sie aktuelle Probleme der Gesellschaft an Politiker und Wirtschaft weitergeben, damit diese die entwickelten Lösungen umsetzen können. In diesem Sinne wurde beispielsweise 2009 die Studie „Vision Deutschland. Neue Wege in die Welt von morgen“ durchgeführt. Dabei wurden 2000 Menschen ab 14 Jahren nach ihren Wünschen für die Arbeitswelt befragt. Themen wie die Kinderbetreuung oder die Verwendung erneuerbarer Energien wurden dadurch aufgenommen und an die Politiker weitergegeben. Neben der Forschung zum Arbeitsmarkt beschäftigt sich die Stiftung mit Themen wie der Erwachsenenbildung oder der Touristik in Deutschland.

So viel Geld für Forschung wie nie zuvor

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland haben einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Ministeriums für Bildung und Forschung belaufen sich die Zahlen für das Jahr 2014 – der jüngste Berechnungszeitraum – auf knapp 84 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung um mehr als fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Etwa zwei Drittel des Geldes wurde von der Privatwirtschaft investiert, der Rest entfällt auf staatlich finanzierte Forschungsprojekte. Damit steht Deutschland gemessen an den absoluten Ausgaben weltweit auf Platz vier hinter den USA, China und Japan. Bei der Betrachtung der relativen Investitionen für Forschung und Entwicklung belegt Deutschland mit rund drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts den neunten Platz. Spitzenreiter hier sind Südkorea, Israel und Japan und in Europa die skandinavischen Länder.

Die Zahl der Beschäftigten, die in diesem Bereich tätig sind, ist ebenfalls gestiegen und liegt zum ersten Mal bei mehr als 600.000. Während weltweit auf eintausend Menschen etwa eine Forscherin oder ein Forschen kommen, ist es in Deutschland mehr als das Vierfache. Das ist Platz 14 im globalen Vergleich.

Auch bei den Ergebnissen Spitze

Nicht nur bei den Ausgaben, auch in der Qualität kann sich Forschung und Entwicklung „Made in Germany“ sehen lassen. So ist der deutsche Anteil an wissenschaftlichen Publikationen, die zu den weltweit zehn Prozent der am meisten zitierten Arbeiten zählen, in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und lag in 2012 bei knapp 16 Prozent. In der Fachwelt gilt die Häufigkeit, mit der Wissenschaftler in anderen Arbeiten zitiert werden als Maßstab für deren Erfolg. Nur Forscher aus den USA konnten besser abschneiden. Bei weltmarktrelevanten Patenten ist Deutschland ebenso spitze. Auf eine Million Einwohner kommen im Jahr etwa 370 Anmeldungen solcher Patente. Das ist genauso viel wie in Japan und immerhin fast doppelt so viel wie in den USA.

Der Ideenreichtum deutscher Ingenieure und Wissenschaftler spiegelt sich im Export forschungsintensiver Güter wider: Während die meisten Industrieländer in den vergangenen zehn Jahren zu Gunsten der Schwellenländer an Boden verloren haben, konnte Deutschland seinen Anteil stabil halten. Zwar musste es die Führungsposition an China abtreten, liegt aber nunmehr vor den USA und deutlich vor Japan. Im Vergleich der Innovationskraft belegt Deutschland laut dem Global Competitiveness Index (GCI) des Weltwirtschaftsforums, der die Wettbewerbsfähigkeit von knapp 140 Ländern vergleicht, aktuell den sechsten Rang.

Staat setzt andere Prioritäten

Im vergangenen Jahr hat der Bund etwa 16 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Diese Ausgaben steigen nun zum zwölften Mal in Folge und liegen heute 70 Prozent höher als in 2006. Hinzu kommen laut Zahlen von 2013 Ausgaben der Bundesländer von über zehn Milliarden Euro. Der positive Trend zeigt, dass die Politik die hohe Bedeutung von Forschung und Innovation erkannt hat, nachdem die Ausgaben in den neunziger Jahren und zu Beginn des Jahrtausends über lange Zeit stagnierten.

Die Schwerpunkte der Förderung liegen auf den Zukunftsfeldern Gesundheit, Luft- und Raumfahrt, Digitalisierung, nachhaltiges Wirtschaften und Energie, innovative Arbeitswelt, intelligente Mobilität sowie zivile Sicherheit. Sie unterscheiden sich deutlich von dem, was in der Wirtschaft Priorität hat. Die privaten Unternehmen stemmen zwar den größeren Teil Entwicklungsanstrengungen, allerdings konzentrieren sie sich auf nur wenige Bereiche wie Fahrzeugbau, Elektrotechnik, Chemie und Maschinenbau – also die Branchen, in denen Deutschland traditionell führend ist.